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Home : Zorro im Hier und Jetzt - Main Echo vom 15.02.2008
Zorro im Hier und Jetzt - Main Echo vom 15.02.2008
Lesung und eine Lektion im Hunde-Verstehen mit Petra Führmann, Iris Franzke und Nicole Hoefs
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Zorro
ganz entspannt: Unbeeindruckt vom Publikum in der Aschaffenburger
Buchhandlung Schlapp lauscht der Mischling Nicole Hoefs, die aus
ihrem Hundebuch liest. Vorn rechts, auf dem Arm des Frauchens, die
kleine Hummel. Foto: Christine Blume-Esterer
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Aschaffenburg.
Ob Zorro gern Postboten jagt? Die 40 Zweibeiner jedenfalls, die ihm
am Mittwochabend in der Buchhandlung Schlapp gegenübersitzen,
lassen den graubraunen Mischling kühl. Entspannt
äugt Zorro in die Runde, nur beim Wörtchen »Keks«
hebt er kurz den Kopf von den Vorderpfoten. Nachhilfe im
Hunde-Verstehen geben derweil Petra Führmann, Iris Franzke
und Nicole Hoefs.
Mit einem Irrtum räumen
die drei Frauen von der Aschaffenburger Hundeschule gleich zu
Anfang auf. Auch wenn Bello noch so schuldbewusst schaut, Ohren
und Schwanz hängen lässt, nachdem er den Pantoffel zerkaut
oder den Briefträger vertrieben hat: »Der Hund hat kein
schlechtes Gewissen.«
Gar kein Gewissen, will
das heißen. Der Hund, so Petra Führmann, »lebt im
Hier und Jetzt«. Moral ist dem ältesten Haustier des
Menschen somit fremd – was ihn zerknirscht scheinen lässt,
ist der drohende Ärger mit Herrchen oder Frauchen. Den
kann Bello nämlich riechen, schreiben Führmann und
Kolleginnen in ihrem neuesten Ratgeber. »Was liest der Hund am
Laternenpfahl?«, fragt das Buch im Titel und erklärt
auf 192 Seiten dieses und weitere Phänomene im
Verhalten von Ajax, Lumpi & Co.
Dackel taugt nicht zum
Hochsprung...
Anlass zu
Missverständnissen gibt es reichlich. Welcher
Hundebesitzer etwa spricht gern über die anrüchige
Begeisterung seines Lieblings für Fäkalien? Gar
nicht peinlich, finden Führmann, Franzke und Hoefs, vielleicht
gleicht der Hund mit der befremdlichen Kost
ja Fett- oder Eiweißmangel aus, vielleicht fehlt es
ihm an pflanzlichem Nährstoff in garantiert verdaulicher
Form. Senta hat kein Hobby? Kein Grund, sich als Herrchen oder
Frauchen im sozialen Abseits zu wähnen, warnen die
Hundetrainerinnen vor Freizeitstress mit dem Vierbeiner. Auch
wenn Agility (englisch für Wendigkeit, Flinkheit) seit Jahren
als Zauberwort im Hundesport gilt: »Hochsprung ist nichts für
Dackel.« Die Beschäftigung, rät Nicole Hoefs zu
Gelassenheit, müsse zum Hund passen. »Stopfen Sie einen
Bernhardiner nicht in die Agility-Röhre.«
Apropos passen: Nicht
jede Mensch-Hunde-Kombination ist vielversprechend. »Der Hund,
der mir optisch gefällt, ist nicht immer auch der richtige für
mich«, weiß Iris Franzke. Und erzählt von dem
hochbetagten Paar, dass sich einen Neufundländer-Welpen zugelegt
hat. Da ist die Lesung längst zur Fragestunde
geworden (unterbrochen von Vorführungen, bei denen Zorro
zeigt, wie gut er sich am »Halti« führen
lässt, und Chihuahua-Hündchen Hummel einen
Gummiknochen apportiert).
... ein Jagdhund nicht
für die Stadt
Franzke und ihre
Kolleginnen werden ernst. Sorge bereitet ihnen der »Trend zum
Jagdhund«. Wer etwa einen Weimeraner kauft, weil der so
attraktiv ist, müsse schon fast ein Hunde-Profi sein.
»Sonst ist das Tier beim ersten Spaziergang im Spessart
auf und davon.«
Kann man jeden Hund
erziehen? Da müssen selbst die Trainerinnen passen.
Nur in
den seltensten Fällen sei allerdings der Vierbeiner das Problem.
»Das Problem«, sagt Petra Führmann, »ist
am anderen Ende der Leine.« Gabriele Fleckenstein
INFO: Nicole Hoefs,
Petra Führmann: »Was liest der Hund am Laternenpfahl?«,
Kosmos-Verlag, Stuttgart, 192 Seiten, 65 Cartoons von Heinz Grundel,
gebunden, 12,95 Euro.
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