Der Hund 10/2004 Menschen, Geräusche und Objekte
fürchten, Katzen jagen, Jogger verfolgen, beim Warten randalieren,
mobben, raufen, wildern, stehlen, kläffen, buddeln - die Liste
möglichen Problemverhaltens ist umfangreich. Nicht weniger lang
erscheint mittlerweile die Auswahl, was Korrekturmaßnahmen und
Hilfsmittel betrifft.
Petra Führmann und Iris Franzke
geben in diesem Buch Anleitungen zur Selbsthilfe. Sie empfehlen kein
Herumdoktorn an Symptomen, sondern sprechen bei jedem Punkt auch die
Ursachen der Schwierigkeiten an und fordern den Leser zur eigenen
Analyse auf.
Besonders positiv:
farblich hervorgehobene Fälle aus der Praxis und der komplexe
Serviceanhang mit Tips zum Weiterlesen, nützlichen Adressen,
Literaturquellen und einem Register zum schnellen Stichwortfinden. Die optisch hervorragende Darbietung mit vielen Fotos und das augenfreundliche Layout runden das Buch ab.
Fazit:
Eine kenntnisreiche, aufwendig bebilderte, rundum gelungene (Um-)Erziehungshilfe!
Verhaltensprobleme verstehen und lösen
Niemand
ist perfekt. Das gilt selbstverständlich auch für unsere Hunde. Mit
gewissen Eigenarten seines Vierbeiner muss sich jeder Hundebesitzer
abfinden - schließlich ist dieser kein Stofftier, sondern ein
Lebewesen. doch ernsthafte Erziehungs- und Verhaltensprobleme müssen zu
beider Vorteile gelöst werden. Hier kann das neue Buch von Petra
Führmann und Iris Franzke helfen.
Petra Führmann ist
manchen bekannt durch ihre Bücher "Erziehungsspiele für Hunde" oder
durch den Klassiker "Das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde". sie und
Iris Franzke leiten die 1992 gegründete Aschaffenburger Hundeschule.
Schon weit über 1000 Hunde und ihrer Halter haben die beiden
ausgebildet.
Das neueste Buch macht einmal mehr klar,
dass viele Menschen viele Probleme mit unseren Hunden haben - wie
Jagen, Aggressionen oder Unrat fressen. Probleme, die für den Hund gar
keine sind - denn diese Verhaltensweisen gehören zu seinem natürlichen
Inventar. doch manche Hundehalter haben damit so schwer zu schaffen,
dass dies sogar daran denken, sich von ihrem Tier zu trennen. Dies muss
nicht sein. Denn: gewisse unerwünschte Verhaltensweisen muss man
kontrollieren. Dazu bietet das neueste Buch Hilfe. Probleme können bei
den verschiedenen Aggressionsarten auftauchen, wie bei der
territorialen Aggression, erlernten Aggression, Aggression gegenüber
Artgenossen, gegenüber Menschen oder anderen Tieren, futtermotivierten
Aggression, schmerzbedingten Aggression oder auch Aggressionen aus
Frustration, bei einer mangelnden Auslastung eines Hundes. Die beiden
Autoren in ihn auf die verschiedenen Typen der Aggressionen ein und
zeigen Schritt für Schritt mögliche Lösungen auf.
Von Raufern....
Bei
Raufern zum Beispiel setzen sie in ihrer Hundeschule "Raufergruppen"
ein. Die Hunde sind nach Alter und Größe getrennt und mindestens sieben
bis acht Monate alt. Schwerenöter werden nach einer vorherigen
Eingewöhnung mit Maulkörben und Schleppleinen ausgerüstet. Es werden
nur Hunde aufgenommen, die die Hundeschule besuchen und den
Ausbilderinnen bekannt sind. mit Besenstielen bewehrt verhindern die
Trainerinnen einen Konflikt, indem sie die Stöcke verwehrend vor die
Brust eines Hundes halten. So wird oftmals bereits schon das Fixieren
zweier Hunde abgebrochen. Grundgedanke dieser " Raufergruppen ":
aggressives Verhalten kann auch wieder verlernt werden.
... und chronischen Jägern
Bei
chronischen Jägern wird zunächst das kommen an der Schleppleine
trainiert. Außerdem kriegen die Hunde zu Hause weniger oder gar kein
Futter mehr, sondern müssen sich alles draußen verdienen. So ist der
Vierbeiner mehr ausgelastet und er hat mehr Spaß mit seinem Besitzer.
wo möglich sollte man die Übungen in einem Wildpark verlegen. Manche
erlauben die Mitnahme von angeleinten Hunden.
Eine
andere Methode, um den Hund vom Jagen abzuhalten, ist das
Konditionieren auf ein Abbruchsignal mit Diskscheiben. um hier zum Ziel
zu kommen, ist die Hilfe eines Hundetrainers ratsam. besonders beim
Einsatz von Disk (diese haben die Aufgabe einer Wurfkette) kein Mann,
falsch angewendet, mehr verderben als gewinnen.
Petra
Führmann und Iris Franzke bieten bei allen Problemen mehrere
Lösungsmöglichkeiten an. Der nicht jeder 100 und nicht jeder Halter ist
gleich. Ohne Grundgehorsam und eine gute Beziehung zwischen Mensch und
Tier nützen aber alle guten Ratschläge nichts. Obschon sich das Buch
auch an interessierte Laien richtet, ist die Lektüre vor allem
Fachleuten empfohlen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben
können.
Bewertung:

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